DJ Alf präsentiert Hochzeitsbräuche

In Österreich wird das Brauchtum vor allem am Land am Leben erhalten. Die Hochzeitsbräuche sind vielfältig und unterscheiden sich sehr von anderen Ländern dieser Welt. Jedes Bundesland in Österreich hat seine eigenen Bräuche und Traditionen. Viele dieser wertvollen, regionalen Handlungen geraten jedoch immer mehr in Vergessenheit. Zu den bekanntesten Hochzeitsbräuchen in Österreich zählen das Brautstehlen, das Brautstrauß werfen und das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte. Auch das Brautaufwecken am frühen Morgen der Hochzeit durch Böller oder durch Blasmusik trifft man noch häufig an.

Hochzeitsbräuche für das Brautpaar

  • Der Junggesellen/Innenabschied
    Jeder für sich feiert mit Freunden den Abschied vom alten Leben. Erlaubt ist alles was Spaß macht !
    Eine nette Idee ist, wenn sich beide Gruppen nach einer gewissen Zeit treffen und den Abend gemeinsam ausklingen lassen.
    TIPP: Keiner von beiden sollte etwas an diesem Abend tun, das er später bereut ! Lieber die Sache ruhiger angehen und keine Dinge tun die einem hinterher Leid tun aber nicht mehr rückgängig zu machen sind.

  • Das Geheimnis um das Brautkleid
    Seit jeher ist es dem Bräutigam untersagt, das Brautkleid bzw. die Braut in ihrem Brautkleid zu sehen – das soll Unglück bringen. Heutzutage möchte die Braut meistens den Bräutigam mit dem Kleid überraschen !

  • Der Polterabend
    Bei diesem sehr weit verbreiteten Brauch zertrümmern die meist uneingeladenen Gäste, mitgebrachtes Geschirr (Porzellan, Steingut, Blumentöpfe, etc.) vor der Haustür des Brautpaares. Die Scherben sollen Glück bringen und der Lärm der dabei entsteht soll böse Geister fernhalten. Die Brautleute müssen dann GEMEINSAM die Scherben aufkehren als Zeichen dafür, dass sie die in der Ehe auftretenden Probleme auch gemeinsam lösen werden. Verboten beim Zerschlagen sind Gläser, denn Glas steht für Glück, das natürlich nicht zerstört werden soll und Spiegel, da ein zerbrochener Spiegel für 7 Jahre Pech steht.

  • Ehepartner erraten
    Mit verbundenen Augen einfach 3-5 Männer (und umgekehrt davor oder danach Frauen) auf einen Stuhl setzen oder stellen und der jeweilige Ehepartner muß seine Braut bzw. Bäutigam an den Beinen mit verbunden Augen erraten.

  • Blumen streuen
    Die Blumenkinder streuen nach der Trauung Blütenblätter für das Brautpaar; die Bedeutung des Blumenstreuens liegt im Anlocken der Fruchtbarkeitsgötter. Sollten die Kinder noch sehr jung sein, üben Sie das Blumenstreuen mit ihnen davor, da kleine Kinder oftmals einfach das gesamte Blumenkörbchen auf einmal ausleeren.

  • Die Hochzeitskerze
    Symbolisch steht die Hochzeitskerze für die Liebe der Brautleute. Die Hochzeitskerze, auf der die Namen der Brautleute, ein sinniger Spruch und das Datum der Hochzeit verewigt sind, kann beim Einzug in die Kirche mitgetragen werden und auf den Altar gestellt werden. Nach der Trauung wird die Kerze gesegnet und angezündet und während des Hochzeitsessens sollte die Kerze, brennend, am Tische des Brautpaares stehen. Die Hochzeitskerze soll auch während der Ehe immer wieder angezündet werden, z.B. an Geburtstagen, am Hochzeitstag oder auch, wenn Streitereien im Raum stehen.

  • Luftballons steigen lassen
    Luftballons sind für die Hochzeit eine schöne Dekorationsidee. Ob Herzballon, oder Ballon mit Aufschrift die Varianten der Luftballons sind vielfältig. Luftballons mit Glückwünschen für das Brautpaar an der Hochzeit steigen zu lassen ist ein schöner neuer Trend, der sich in den letzten Jahren entwickelt hat.
    Luftballons gibt es in verschiedenen Materialien und auch Formen. Gängige Materialien sind entweder die bekannten Luftballons oder Luftballons aus Folie. Besonders beliebt für die Hochzeit sind Luftballons als Herzen oder mit einem Aufdruck. Neu im Trend liegen auch Himmelslaternen oder auch Skylaternen genannt und fliegende Herzen aus einer speziellen Schaummischung.
    Wer Luftballons bei der Hochzeit steigen lassen möchte, sollte die Luftballons vorher mit Helium füllen, damit diese schweben. Damit die Luftballons auch steigen und die Glückwünsche an das Brautpaar in alle Himmelsrichtungen verstreuen, muss man wissen, dass ein Ballon, der mit einem Liter Helium gefüllt ist, rund 1 Gramm tragen kann. Dabei sollte man das Eigengewicht des Ballons, der Karte sowie der Schnur, an der die Karte befestigt ist, mit berechnen. Als Karte sollte man keine normale Postkarte verwenden, da diese zumeist zu schwer sind.

  • Tauben fliegen lassen
    Der ganz besondere Höhepunkt einer Hochzeit ist es, wenn nach der Trauung weiße Tauben in den Himmel steigen. Dann heißt es: Für zwei Menschen, die sich lieben, sollen diese Tauben fliegen. Und sie sollen ein Symbol sein für eine friedliche Ehe, für Liebe, Glück, Hoffnung und manchmal auch für einen guten Neubeginn. Die Flugsaison für "Hochzeitstauben" reicht von ca. Mitte April bis Ende Oktober und Anbieter/Taubenzüchter für diesen Service gibt es bundesweit reichlich. Diesem schönen Anblick steht also nichts im Wege.

  • Reis werfen
    Nach der Trauung, beim Verlassen der Kirche, wird nach alter Tradition das Brautpaar mit Reis beworfen. Dies steht für den Wunsch einer kinderreichen bzw. fruchtbaren Ehe. Heute wird es aber oft nicht gern gesehen, dass vor der Kirche oder dem Standesamt Reis herumliegt – erstens weil es zu gefährlichen Unfällen kommen kann (Gefahr des Ausrutschens) und zweitens, weil man Lebensmitteln nicht vergeuden soll - als Alternativen bietet sich Konfetti oder Blütenblätter an.

  • Feuerwerk um Mitternacht
    Es gibt kaum jemanden, der nicht mit bewundertem Blick auf ein Feuerwerk schaut. Die Möglichkeiten für ein Hochzeitsfeuerwerk sind vielfältig. Ihr könnt das Hochzeitsfeuerwerk entweder eigenständig zünden oder euch professionelle Hilfe zur Seite holen. Wenn ihr euch für eine eigenständige Zündung des Hochzeitsfeuerwerks entscheidet, dann solltet ihr darauf achten, dass ihr einen detaillierten Aufbau- und Abbrennplan bekommt und das die Feuerwerkskörper qualitativ einwandfrei und geprüft sind. Ihr wollt ja keine bösen Überraschungen erleben ! Wichtig bei der eigenständigen Zündung des Hochzeitsfeuerwerks ist es, das ihr mindestens 18 Jahre alt sein müsst und euch ggf. vorher eine behördliche Genehmigung für das Hochzeitsfeuerwerk einholt. Ohne die Genehmigung ist es nicht erlaubt ein Feuerwerk zu zünden. Die Sicherheit aller Anwesenden steht natürlich immer im Vordergrund !
    Das Hochzeitsfeuerwerk sollte in der Regel zwischen 4 und 15 Minuten dauern und ist eine schöne Idee für jede Hochzeit. Anbieter für Hochzeitsfeuerwerk gibt es in jeder größeren Stadt. Ihr könnt auf jeden Fall sicher sein, dass ihr und eure Hochzeitsgäste diesen Augenblick nicht vergessen werden !

  • Seil spannen
    Nach der Trauung wird vor der Kirchentür ein Seil gespannt, um dem Brautpaar den Weg aus der Kirche zu versperren. Der Bräutigam kann sich einerseits durch die Zahlung eines Wegzolls von seinen Jugendsünden loskaufen und dem Brautpaar so den Weg aus der Kirche freikaufen.

  • Zerreißen des Brautschleiers
    Früher wurde der Brautschleier zerrissen, um dem Brautpaar Glück zu bringen. Im Lauf der Zeit änderte sich dieser Brauch und die Hochzeitsgäste binden nun Bänder oder Tüllschleifen an ihre Auto, die symbolisch den Brautschleier darstellen sollen.

  • Lärmen
    Ein weiterer weit verbreiteter Brauch ist das Lärmen nach der Hochzeit. Wurde in früheren Zeiten noch mit altem Geschirr u.ä. geklappert, wird heute meist am Auto des Brautpaares Dosen angebunden bzw. der Autokonvoi hupt permanent bis zum Ort der Hochzeitsfeier. Der Lärm, der verursacht wird, soll böse Geister vom Brautpaar ablenken bzw. das Hupen soll die Menschen darauf aufmerksam machen, dass hier ein Brautpaar vorbei fährt.

  • Brot & Salz
    Nach der Trauung, wenn das Brautpaar zum Gasthof, Hotel oder Lokal kommt, erwartet Sie eine ausgesuchte Person (Gastwirt, ein Verwandter, ...) mit einer trockenen Scheibe Brot, die mit Salz bestreut wird. Das Brautpaar teilt sich die gesalzene Brotscheibe als Symbol für das Teilen des gemeinsamen Lebens.

  • Das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte
    Dieser Brauch ist sehr verbreitet und symbolisiert den Zusammenhalt der Brautleute in ihrer Ehe. Wer beim Anschneiden der Torte die Hand obenauf hat, wird der Herr/ die Frau im Haus sein.

  • Brautentführung
    Dieser auch heute noch sehr beliebter Hochzeitsbrauch hat seinen Ursprung im Mittelalter, wo die Obrigkeit (Adel & Klerus) das Recht auf die 1. Nacht einfordern konnte. Weibliche Untergebene wurden von Vasallen abgeholt (also entführt), um von ihrem Herren entjungfert zu werden. Heute entführen meistens eine Gruppe aus der Hochzeitsgesellschaft die Braut (Brautstrauß nicht vergessen!), während der Bräutigam und der Trauzeuge abgelenkt werden. Die Braut wird meistens in ein nahe gelegenes Lokal entführt; die Zeche die bis zum Wieder finden der Braut entsteht, muss vom Bräutigam und dem Trauzeugen bezahlt werden.
    Erfahrungsgemäss ist es für die Hochzeitsfeier besser, wenn die Enführung nicht allzu lange dauert, da sonst einige Gäste die Feier verlassen bevor die Braut wieder zurück ist.

  • Braut über die Schwelle tragen
    Die Braut wird vom Bräutigam beim Einzug in ihr gemeinsames Heim mit Schwung über die Türschwelle getragen. Dies soll die bösen Geister, die unter der Türschwelle hausen, davon abhalten das junge Glück zu stören.

  • Morgengabe
    Das frisch vermählte Paar schenkt sich am Hochzeitsmorgen gegenseitig etwas ganz Persönliches; wenn der Bräutigam das Geschenk für seine Liebste unter das Kopfkissen legt, werden ihm, nach alter Überlieferung, noch viele glückliche Ehetage beschert.

Hochzeitsbräuche für die Braut

  • Küsse verkaufen
    Während des Junggesellinnenabschiedes verkauft die Braut Küsse an Passanten oder an Gäste in einem Lokal (natürlich nur auf die Wange!). Pro Kuss wird ein bestimmter Betrag eingehoben mit dem die Braut die Hochzeitskasse aufbessern oder ihren Freundinnen an diesem Abend eine "Runde" spendieren kann.

  • Brautschuhe
    Um ihre Sparsamkeit zu zeigen kauft die Braut ihre Brautschuhe mit gesammelten Cents, die außerdem Glück bringen sollen. Nach einer alten Überlieferung soll die Braut die ihre Schuhe selbst kauft, ihrem Bräutigam nie weg laufen ! Ein weiterer Brauch um die Brautschuhe besagt, dass ein Cent im Brautschuh das Paar vor Geldsorgen schützt.

  • Brautkleid
    "So viele Stiche, so viele Tränen" – so lautetet der Leitspruch, wenn eine Braut ihr Hochzeitskleid selbst nähen wollte. Sein Kleid selbst zu nähen bedeutete schon in frühen Jahren Unglück und so nähten sogar Schneiderinnen ihr Hochzeitskleid nie selbst. Diejenige, die den ersten Stich am Kleid ausführt soll, einem alten (Aber)glauben nach, innerhalb eines Jahres selbst heiraten.

  • Something old, something new ...
    "Something old, something new, something borrowed, something blue !"
    Diese alte, angelsächsische Tradition ist auch heute noch sehr beliebt und bedeutet, dass die Braut an ihrem Hochzeitstag etwas Altes (z.B. ein Schmuckstück), etwas Neues (z.B. das Brautkleid), etwas Geborgtes (z.B. ein Taschentuch von einer glücklich verheirateten Freundin) und etwas Blaues (z.B. ein Strumpfband) tragen soll. Das "Alte" steht für ihr bisheriges Leben, das "Neue" für das bevorstehende Eheleben, das "Geborgte" für Freundschaft und soll Glück in die Ehe bringen und das "Blaue" steht für die Treue in der Ehe.

  • Brautstrauß werfen
    Im Laufe des Abends wirft die Braut ihren Brautstrauß in die Runde aller unverheirateten, weiblichen Gäste. Wer den Brautstrauß fängt, wird als nächstes heiraten. Der Brautstrauß wird traditionell kopfüber geworfen, so dass die Braut nicht sieht, in welche Richtung genau geworfen wird. Aufpassen muss man hier allerdings, dass der Strauß nicht zu weit, zu kurz oder zu hoch geworfen wird; auch wird hier oftmals der Brautstrauß sehr in Mitleidenschaft gezogen, besonders wenn er mehrmals geworfen werden muss.

  • Braut aufwecken
    Nach alter Tradition verbringt die Braut ihre letzte Nacht als unverheiratete Frau in ihrem Elternhaus. Dort wird sie am Hochzeitsmorgen sehr früh durch Böllerschüsse oder Blasmusik geweckt. Der "Lärm" erfüllt einen doppelten Zweck: einerseits sollen böse Geister vertrieben werden, und andererseits wird der neue Lebensabschnitt begrüßt.

Hochzeitsbräuche für den Bräutigam

  • Fahrt zur Hochzeit
    Einem alten Aberglauben zufolge darf der Bräutigam das Hochzeitsauto NICHT selber lenken, da er so in sein Unglück fährt.

  • Strumpfband werfen
    Der Bräutigam schiebt vor allen Gästen das Kleid seiner Braut langsam hoch bis der Oberschenkel bzw. das Strumpfband sichtbar wird. Er streift es ihr ab und wirft es in die Menge der anwesenden Junggesellen - wer es fängt wird als nächster heiraten.