DJ Alf präsentiert Hochzeitsgedichte

Hochzeitsgedichte dürfen auf Hochzeiten natürlich nicht fehlen. Vorgetragen während der Hochzeitsfeier erfreuen diese das Brautpaar und die Gäste und sind ein willkommener Beitrag zum Hochzeitsfest.

Hochzeitsgedichte

Das Eherezept

Der Herr im Haus, wie man´s versteht,
ist der wohl, der die Hosen trägt.
Doch ist es heute schwer zu sagen,
da beide ja jetzt Hosen tragen.

Um eine Ehe zu erhalten,
um sie harmonisch zu gestalten,
geb´ ich der Frau den guten Rat,
mit Vorsicht: Sei ein Diplomat.

Da wir es ja schon oft geseh´n
und es schon 1000-mal gescheh´n,
die Ehe dabei scheitern kann,
wo man das Recht entzieht dem Mann.

Du Frau bist ja dafür geschaffen,
aus einem Haus ein Heim zu machen.
Und bist du klug, verstehst du´s dann
durch List zu fesseln deinen Mann.

Du Frau sollst dich dem Manne fügen,
ihn dann mit deinem Charme besiegen;
die Zärtlichkeit ist dein Gewinn,
sie wirkt auf ihn wie Medizin.

Es kann dir nur zum Vorteil sein,
flößt du ihm diese Droge ein.

Du kluge Frau, dann mit Bedacht,
gib auf das Barometer acht.

Zeigt es wohl ein Gewitter an,
mach schleunigst aus dem Weg dich dann.

Nimm Anteil dann an seiner Klage
und unterlasse nie die Frage:
wie er den Arbeitstag verbracht
und dass du oft an ihn gedacht.

Willst du ihn dann auch mal bestechen,
lass ihn nie fühlen seine Schwächen.
Lass ihn erkennen durch ´ne List,
dass er der Herr im Hause ist.

Sei nie bestrebt in dem Gelingen,
den Mann stets in die Knie zu zwingen.
Eins willst du nicht um alle Welt,
einen Mann dann als Pantoffelheld.

Wahr´ das Geheimnis einer Frau,
trag deine Blöße nie zur Schau,
so wird die Neugier ihn bezwingen
und er wird eifrig um Dich ringen.

Zum bösen Spiel erlern das Lachen,
freundliche Miene auch zu machen,
befolge diesen guten Rat,
so macht´s genau ein Diplomat.

Nun Mann, lass auch der Frau ihr Recht,
da sie gehört zum schwachen G´schlecht.
Lass sie darunter doch nicht leiden,
so wirst du manchen Streit vermeiden.

Und sag ihr oft, dass du sie liebst,
dein Leben wohl für sie auch gibst.
Vor Eifersucht sollst sie verschonen,
dafür wird sie dich belohnen.

Vermeide jeglichen Verdruss,
leb mit der Frau auf gutem Fuß.
Und das es auf die Dauer hält,
erhöhe ihr das Haushaltsgeld.

Sag nie, dass faltig ihr Gesicht,
ja, so etwas verzeiht sie nicht.

Wird deine Frau auch älter dann,
treu bleib ihr stets als Ehemann.

Lass dich von keiner dann berauschen,
sie für ´ne Junge einzutauschen.
Sie ist dir mehr als nur ´ne Frau,
was sie wohl tut, du weißt´s genau.

Dies alles dann für wenig Geld,
macht sie zur besten Frau der Welt.

Dass sie auch Krankenschwester ist
und Koch, im Falle, du vergisst´s,
hilft dir so manche Bürde tragen;
Mädchen für Alles, sozusagen.

Nun, das Rezept wird sich bewähren,
bei dem, der es gebraucht in Ehren,
da Eheglück und Einigkeit -
stets beruht auf Gegenseitigkeit!
Der Polterabend

Es ist allgemein bekannt,
trampelnd kommt der Elefant
und zerbricht das Porzellan,
hält auch vor dem Glas nicht an.
Was er hinterlässt ist Stück-
werk und bringt niemand Glück.

Anders ist´s wenn Nachbars Peter,
Hinz und Kunz, kurzum ein jeder,
Teller, Töpfe, Kannen, Tassen
statt sie im Regal zu lassen,
fröhlich oder tief bewegt
vor des Brautpaars Tür zerschlägt.
Dies wird Ihnen gar nicht wehren,
sondern emsig Scherben kehren,
bis ein Haufen sich erhebt,
der stracks in den Himmel strebt.

Als vor vielen hundert Jahren
uns´re heidnischen Vorfahren
noch an böse Geister glaubten,
die dem Heim den Frieden raubten,
jagten Sie mit Schimpf und Schreck,
diese argen Trolle weg.
Mit Gepolter und Getöse
kämpfen Sie gegen das Böse.
So liegt denn ein tiefer Sinn,
in dem Polterabend drin.

Böses weiche von der Schwelle,
Gutes nahe, Licht und Helle.
Viele Scherben wünschen wir
deshalb liebes Brautpaar, dir.
Die Hochzeitsnacht

Seit Tagen war das Paar aktiv,
wohl selten, dass man soviel lief.
Es gab zu machen und zu klären,
man schuftete zu eignen Ehren.

Die Aufregung kam noch dazu,
man hatte kaum mehr seine Ruh’.
Vor Stress mit einem Bein im Sarg,
steht vor der Tür der große Tag.

Man lässt ihn rein und auch die Gäste,
gefeiert wird das große Feste.
Getanzt, geredet und getrunken,
zum Abschied jedem zu gewunken.

Nun hat man endlich es geschafft,
die Gäste weg, sich aufgerafft,
den Feiertag jetzt zu beenden,
er trägt sie kraftlos auf den Händen.

Das Ziel, es ist das Hochzeitsbett,
schön dekoriert, nett und adrett,
nun steht bevor die Hochzeitsnacht,
doch es kommt anders als gedacht.

Die Füße platt, der Kopf ganz leer,
Arme und Beine sind so schwer,
die Augen rot und blass die Backen
und steif ist bestenfalls der Nacken.

Wer denkt denn jetzt noch an Verkehr?
Man(n) möchte und kann auch nicht mehr.
Der Wunsch ist nur noch einzuschlummern,
und sich um gar nichts mehr zu ku(e)mmern.

Doch morgendlich erwacht man dann
als Ehefrau und Ehemann,
man schaut verliebt und auch verträumt
und holt schnell nach, was man versäumt’.

Wer hat sich das wohl ausgedacht,
den Mythos von der Hochzeitsnacht?
Der Zeitpunkt, es sich zu besorgen,
ist nicht die Nacht, es ist der Morgen!
Ehestand der Freude

Lasset uns scherzen blühende Herzen,
lasset uns Lieben ohne Verschieben,
lauten und Geigen sollen nicht schweigen,
kommet zum Tanze, pflücket vom Kranze.

Drücket die Hände legt euch zum Ende
gebet euch Küsse, tretet die Füße,
machet euch fröhlich, machet euch ehrlich,
lasset die Namen einsam verharren.

Ehrlich zu werden dient der Erden,
ledige Leute mangeln der Freude;
jeder muss sterben, machet euch Erben
eurem Gute, Namen und Blute.
Gründe des Heiratens

Der eine tut es nur aus Geld,
der andre, weil es ihm gefällt.

Der dritte will ´ne Wohnung haben,
der vierte schätzt des Geistes Gaben.

Der fünfte braucht ein tüchtig Weib,
der sechste was zum Zeitvertreib.

Der siebte weil er´s verspricht,
der achte hält´s für seine Pflicht.

Der neunte tut´s aus Sparsamkeit,
der zehnte muss, denn es wird Zeit.

Der elfte hält´s allein nicht aus,
der zwölfte tut´s um Hof und Haus.

Und manchen zwingen Frühlingstriebe,
doch diese beiden tun´s aus lauter Liebe.
Zwei Kerzen für das Brautpaar

Ich wende mich an das Brautpaar heute,
an die zwei verliebten Leute,
und will einen Rat Euch geben,
wie das nun einmal so ist im Leben.

Habt Ihr im Leben einmal Streit,
so haltet diese zwei Kerzen bereit,
denn sie können Euch wieder die Liebe geben,
wie das nun einmal so ist im Leben.

Wer von Euch einen Streit entfacht,
den anderen einmal traurig macht,
der zünd die erste Kerze an,
denn sie sagt verzeih und warte dann.

Die Flamme soll brennen wie ein Fanal,
soll rufen ´Ich liebe Dich, verdammt noch mal´,
und ob Du Frau bist oder Mann,
geh hin und zünd´ die andere an.

Und wenn dann beide Kerzen brennen,
die Trauer- sich ändern in Freudentränen,
seit Ihr der Liebe wiedergegeben,
wie das nun einmal so ist im Leben.

Ich wünsche Euch Ihr braucht nie die Kerzen verwenden,
und möge nie Eure Liebe enden,
darauf will ich mein Glas erheben,
wie das nun einmal so ist im Leben.
Wünsche an das Brautpaar

Was Ihr Euch ersehnt seit einiger Zeit,
es wurde heute Wirklichkeit.
Der schönste Traum, er wurde wahr,
Ihr zwei seid jetzt ein Ehepaar.

Wir wünschen Euch von Herzen nun,
Gottes Segen möge auf Euch ruh´n!
Lasst Euch stets von der Liebe leiten,
Ihr sollt in guten wie in schlechten Zeiten,
immer treu zusammen steh´n
und so durchs ganze Leben geh´n.
Das Ehebarometer

In der Ehe gibt´s ein Barometer,
das euch zeigt das täglich Wetter,
und damit ihr es sollt kennen,
werd´ ich euch die Skala nennen:

Kriegt das Weibchen neue Kleider,
ist der Himmel klar und heiter.

Lässt der Mann sich nicht bewegen,
mit der Frau zum Tanz zu gehn,
gibt´s gewalt´gen Tränenregen
und die Sonn´ lässt sich nicht sehn.

Geht der Mann allein zum Bier,
steht der Sturmwind vor der Tür,
will er sich die Kehle feuchten,
gibt es starkes Wetterleuchten.
Wenn Freunde ihn besuchen wollen,
hört man dumpfes Donnergrollen.

Damit sich zeigt der Sonnenschein,
und die Luft sei klar und rein,
lasst uns jetzt die Gläser heben:

Hoch soll unser Brautpaar leben!
Hochzeitsfragen

Was ist die Jungferschaft?
Ein Quintgen Hudelei,
Das zehnmal schwerer ist,
als sonst ein Zentner Blei.

Doch was ist eine Braut?
Ein Ding, das gerne küsst,
Und weder eine Frau
noch eine Jungfer ist.

Was ist ein Bräutigam?
Ein Mann und nicht ein Mann,
Dieweil er sich noch nicht
der Mannheit rühmen kann.

Was mag das Jawort sein?
Es ist das erste Spiel,
Wann man das Leder nun
mit Ernst verkaufen will.

Sagt, was Verlöbnis ist?
Ein angestelltes Fest,
Davor man in der Kirch
am letzten bitten lässt.

Was ist das Aufgebot?
Es ist ein später Fleiß,
Darin erzählet wird,
was sonst ein jeder weiß.

Was ist das Hochzeit-Fest?
Es ist ein warmes Bad,
Darinnen Wirt und Gast
was auszuschwitzen hat.

Was mag die Trauung sein?
Die Zeit, da man verehrt,
Was einem sonst mit Recht
und Ehren zugehört.

Was ist ein Junggesell?
Ein Affe, der das Spiel
Dem Herren Bräutigam
flugs abstudieren will.

Was ist ein Jungferchen?
Es ist ein Gläßchen Wein,
Das niemand trinken darf,
wenn alle durstig sein.

Was ist die erste Nacht?
Die Hochzeit in der Tat,
Da manche mehr gehofft,
als sie zu kosten hat.

Was ist die ander Nacht?
Ein süßer Uberdruss,
Da man die alte Schuld
von gestern zahlen muss.

Was ist die dritte Nacht?
Es ist die Rennebahn,
Da man aufhören muss,
wann mans am besten kann.

Was ist die Jungefrau?
Es ist ein loser Sack,
Der in der Compagnie
auch garstig reden mag.

Was ist der Ehstand selbst?
Es ist ein Vogel-Haus,
Die draußen wollen nein,
die drinne wollen raus.

Was ist das erste Kind?
ein Schmerz, wenns bald bekleibt.
Ein Schimpf, wenns zeitlich kommt,
ein Hohn, wenns außen bleibt.

Was ist das andre Kind?
es ist ein guter Rat
Vor Leute, welche man
gern zu Gevattern hat.

Was ist das dritte Kind?
ein ungebetner Gast,
Des Vaters Geld-Verderb,
der Mutter Uberlast.

Was ist das vierte Kind?
es ist ein gutes Ziel,
Nach diesen sage man,
zuviel, zuviel, zuviel.

Was ist das fünfte Kind?
mit diesen heißt es wohl,
Ich esse was mir schmeckt,
und leide was ich soll.

Was sind die Söhnchen?
Ein Volk das nichts erwirbt,
Und da des Beutels Kraft,
als an der Schwindsucht, stirbt.

Was sind die Töchterchen?
die kosten wenig Geld,
Bis alle Pestilenz auf
ihre Hochzeit fällt.

Was ist die beste Lust?
Wann man nicht viel begehrt,
Und wenn das Wenige
fein gut und lange währt.
Eine feine, glatte Maus

Eine feine, glatte Maus
Suchte sich in stolzer Jugend
Eine Braut aus.
Und wie jeder Freier begann,
Fing sie hoch an:
"Meine Braut, sie sei von Tugend,
Schöne, Wärme, Wonne!
Kurz, sie sei die Jungfrau - Sonne!"
Eine Weile blieb sie stehn.
"Hör es, hohe Jungfrau Sonne!
Doch sie will es nicht verstehn,
Ist so stolz, hm! und so warm
Dünkt mich ihr im Arm.
Laß sie! ich will weiter gehn.
Die eben dort vorüberzieht
Und ebenso wie ich die stolze Sonne flieht
Und, wie ich merke, selbst die Sonne dämpft
Und mit ihr kämpft -
Sei, hohe Wolke, mir zur Braut
In Deinem Schoß vertraut!"
Die Wolke öffnet´ ihren Schoß
Und regnete drauf los.
"Die hohe Braut ist nass,
Ein leckes Fass!"
Kurz, die klug gewaschne Maus
Ging in ihr Loch
Und sucht´ sich eine Mäusin aus
Und hat sie noch.
Hochzeitslied

Stand ein junges Veilchen auf der Weiden,
Lieb und herzig, in sich, und bescheiden;
Und ein wackrer Jüngling über Land
Kam hin, da das Veilchen stand.

Und er sah das Veilchen auf der Weiden
Lieb und herzig, in sich, und bescheiden;
Sah es an mit Liebe und mit Lust,
Wünscht es sich an seine Brust.

Heute wird das Blümchen ihm gegeben,
Dass er´s trag´ an seiner Brust durchs Leben!
Und ein Kreis von edlen Menschen steht
Ernst und feiert mit Gebet.

Seid denn glücklich! Gott mit Euch, Ihr Beide!
Seine »Sonn´ am Himmel« schein´ Euch Freude;
Und in Eurer Freud´, in Eurem Schmerz
Seine »bessre« Euch ins Herz!
Bundeslied

Den künft´gen Tag´ und Stunden,
Nicht heut dem Tag allein,
Soll dieses Lied verbunden
Von uns gesungen sein.
Euch bracht ein Gott zusammen,
Der uns zusammenbracht.
Von schnellen, ew´gen Flammen
Seid glücklich durchgefacht!

Ihr seid nun eins, ihr beide,
Und wir mit euch sind eins.
Auf, trinkt der Dauerfreude
Ein Glas des echten Weins!
Auf, in der holden Stunde
Stoßt an und küsset treu
Bei diesem neuen Bunde
Die Alten wieder neu.

Nicht lang in unserm Kreise
Bist nicht mehr neu darin,
Kennst schon die freie Weise
Und unsern treuen Sinn.
So bleib´ zu allen Zeiten
Herz Herzen zugekehrt;
Durch keine Kleinigkeiten
Werd´ unser Bund gestört!

Uns hat ein Gott gesegnet
Ringsum mit freiem Blick,
Und wie umher die Gegend
So frisch sei unser Glück.
Durch Grillen nicht gedränget
Verknickt sich keine Lust;
Durch Zieren nicht geenget
Schlägt freier unsre Brust.

Mit jedem Schritt wird weiter
Die rasche Lebensbahn,
Und heiter, immer heiter
Steigt unser Blick hinan,
Und bleiben lange, lange,
Fort ewig so gesellt.
Ach, dass von einer Wange
Hier eine Trane fällt!

Doch ihr sollt nichts verlieren,
Die ihr verbunden bleibt,
Wenn einen einst von Vieren
Das Schicksal von euch treibt;
Ist´s doch, als wenn er bliebe:
Euch ferne sucht sein Blick;
Erinnerung der Liebe
Ist wie die Liebe Glück.